Kohlenhydrate im Bodybuilding
Ca. 60 % der täglichen Energiezufuhr sollten über Kohlenhydrate abgedeckt werden.
Bei einem 75 kg schweren Bodybuilder mit einem Energiebedarf von 3.200 kcal wären dies ca. 2.000 kcal, entsprechend also 500 g Kohlenhydrate oder ca. 2,5 kg gekochter Reis oder Kartoffeln. Diese Riesenmenge ist über normale Ernährung praktisch nicht abzudecken.
Dieses sogenannte "Zeit - Mengen - Problem" haben viele Bodybuilder mit hohem Energiebedarf. Durch lange Trainingszeiten haben sie keine Zeit, diese Nahrungsmengen über natürliche Energiequellen aufzunehmen. Die praktische Lösung: Leichtverdauliche, hochkonzentrierte Kohlenhydratprodukte. Nicht nur die Menge ist entscheidend, sondern auch die Qualität der Kohlenhydratquelle. Die Kohlenhydrate sind aus Grundbausteinen, die man Saccharide nennt, in unterschiedlich langen Ketten aufgebaut. Entsprechend der Kettenlänge der Saccharide werden sie als Monosaccharide, Disaccharide, Oligosaccharide und Polysaccharide bezeichnet. Dafür kann auch der Ausdruck Einfach-, Zweifach-, Mehrfach- und Vielfachzucker verwendet werden. Die Kohlenhydrate müssen, bevor sie im Darm resorbiert werden, von Enzymen gespalten werden. Je länger die Ketten sind, desto mehr Zeit wird für die Spaltung in Glucosemoleküle und für die Aufnahme im Darm benötigt. Polysaccharide (z. B. Stärke in Gemüse oder Früchten) gelangen damit später in das Blut als Monosaccharide oder Oligosaccharide (Traubenzucker, Maltodextrin).
Damit sind Kohlenhydrate im Stoffwechsel unterschiedlich wirksam.
Bei reichlicher Kohlenhydrataufnahme steigt der Blutzuckerspiegel an. Das hat eine verstärkte Insulinausschüttung zur Folge. Das Bauchspeicheldrüsen - Hormon Insulin erleichtert das Eindringen des Blutzuckers in die Muskelzellen und andere Zellen. Die sportliche Leistungsfähigkeit wird gesichert, wenn der Blutzuckerspiegel über die gesamte Belastungszeit auf einem hohen Niveau aufrechterhalten wird. Nimmt man während der Belastung Kohlenhydrate auf, so sollte man diese bewusst auswählen. Besonders günstig sind hier leicht resorbierbare, kurzkettige Kohlenhydrate (Maltodextrin, Traubenzucker), da sie besonders schnell ins Blut aufgenommen werden, ohne die Verdauung unnötig zu belasten. Außerhalb der Belastungszeiten eignen sich komplexe Kohlenhydrate, da sie bei ihrer Aufnahme in den Blutkreislauf nur eine geringe Insulinausschüttung provozieren und der Blutzuckerspiegel für längere Zeit auf günstigem Niveau gehalten wird. Entscheidend ist also: