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Packungsbeilage von:
Deca-Durabolin Injektionslösung
Anabolikum mit Langzeitwirkung
Zusammensetzung:
1 Brechampulle Deca-Durabolin 50 enthält 50 mg des Wirkstoffs
Nandroloni-Decanoas sowie die Hilfsstoffe Alcohol Benzylicus 0,1
ml, Arachidis Oleum, q.s. ad solutionem pro 1 ml.
Eigenschaften/Wirkungen:
Deca-Durabolin ist ein injizierbares Anabolikum. Der pharmakologische
Wirkstoff ist Nandrolon. Dank dem Decanoat-Ester beträgt die
Wirkungsdauer etwa 3 Wochen nach der Injektion. Nandrolon ist chemisch
mit dem männlichen Hormon Testosteron verwandt. Verglichen
mit Testosteron hat das Präparat jedoch eine höhere anabole
und niedrigere androgene Aktivität, was in biologischen Tests
an Tieren gezeigt und mit Rezeptorbindungsstudien nachgewiesen werden
konnte. Die relativ niedrige Androgenität von Nandrolon hat
sich in der klinischen Praxis bestätigt. Beim Menschen wirkt
sich Deca-Durabolin nachweislich positiv auf den Kalziumstoffwechsel
aus und erhöht die Knochenmasse bei Osteoporose. Die C 17-Alpha
-Alkylgruppe, die mit dem Auftreten von Leberfunktionsstörungen
und Cholestase in Verbindung gebracht wird, ist bei Nandrolon nicht
vorhanden.
Pharmakokinetik:
Nach einmaliger oder mehrmaliger intramuskulärer Gabe von
Deca-Durabolin beim Menschen, werden Plasmaspitzenwerte (unterhalb
0,01 mcg/ml) von Nandrolon innerhalb 24 Stunden nach der Injektion
erreicht.
Der Ester wird vom Muskel mit einer mittleren Halbwertszeit von
6 Tagen in den Kreislauf abgegeben und im Blut rasch zu Nandrolon
hydrolisiert (Halbwertszeit max. 1 Stunde). Nandrolon wird in der
Leber metabolisiert. 19-Norandrosteron, 19-Noretiocholanolon und
19-Norepiandrosteron werden als Metaboliten im Urin nachgewiesen.
Es ist nicht bekannt, ob diese eine pharmakologische Wirkung haben.
Nach Resorption beträgt die Halbwertszeit für Hydrolyse,
Verteilungs- und Eliminierungsprozesse von Nandrolon 4,3 Stunden.
Die mittlere Nandrolon-Serumclearance beim Mann (116 l/h) ist höher
als bei der Frau (69,5 l/h).
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten:
Nachgewiesene Osteoporose bei postmenopausalen Frauen.
Dosierung/Anwendung:
Übliche Dosierung:
Osteoporose: 50 mg alle 3 Wochen.
Ein klinisches Ansprechen ist innerhalb von 6-12 Monaten zu erwarten.
Andernfalls sollte die Therapie abgebrochen werden.
Anwendung:
Deca-Durabolin soll als tiefe i.m.-Injektion verabreicht werden.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:
Hyperkalzämie bei malignen Tumoren
Während Schwangerschaft und Stillzeit gibt es für Deca-Durabolin
keine Indikation.
Vorsichtsmassnahmen:
Da die bei postmenopausaler Osteoporose erforderliche Langzeitbehandlung
häufig zu z.T. irreversiblen Virilisierungserscheinungen führt
(siehe «Unerwünschte Wirkungen»), sollte die empfohlene
Dosierung nicht überschritten werden.
Falls Virilisierungserscheinungen auftreten, sollte die Behandlung
in Absprache mit der Patientin abgebrochen werden. Besonders Sängerinnen
und Frauen mit Sprechberufen sollten über das Risiko der Vertiefung
der Stimme informiert werden.
Patientinnen mit folgenden Charakteristika sollten überwacht
werden:
Myokard- oder Nierendysfunktion, Hypertonie, Migräne (auch
in der Anamnese), da anabole Steroide eine Flüssigkeitsretention
bewirken können.
Skelettmetastasen, da bei diesen Patientinnen anabole Steroide
eine Hyperkalzämie oder Hyperkalziurie auslösen können.
Letztere kann auf eine positive Tumorreaktion durch die Hormonbehandlung
hinweisen. Eine Hyperkalzämie muss zuerst entsprechend behandelt
werden. Erst nachdem die Kalziumspiegel normale Werte erreicht haben,
kann die Hormontherapie wieder aufgenommen werden.
Leberdysfunktion.
Es ist nicht nachgewiesen, dass Nandrolon oder andere anabole oder
anabol-androgene Steroide die körperliche Leistungsfähigkeit
erhöhen. Die Anwendung solcher Substanzen bei gesunden Personen
zur Förderung des Muskelansatzes und zur Steigerung insbesondere
sportlicher Leistungen birgt das Risiko schwerer endokriner, metabolischer,
psychischer und anderer Nebenwirkungen und stellt keine medizinische
Indikation dar. Nandrolon gehört zu den Substanzen, die von
den Gesundheitsbehörden zahlreicher Länder, vom Europarat,
vom Internationalen Olympischen Komitee und anderen Organisationen
mit dem Ziel der Verhinderung der missbräuchlichen Anwendung
auf die Doping-Liste gesetzt wurden.
Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie X.:
Studien bei Tieren und Menschen haben eine Schädigung des
Foetus gezeigt. Dieses Medikament ist kontraindiziert für Frauen,
die schwanger werden könnten und für Frauen, die schwanger
sind oder stillen (s.a. «Kontraindikationen»).
Unerwünschte Wirkungen:
Die unerwünschten Wirkungen von Nandrolon sind denen des Androgens
Testosteron ähnlich.
Androgene Wirkungen, insbesondere Virilisation, treten auch bei
Einhaltung der empfohlenen Dosierungen bei ungefähr 30% aller
mit Deca-Durabolin behandelten postmenopausalen Frauen mit Osteoporose
auf: Heiserkeit, Vertiefung der Stimme, Vergröberung der Haut,
Akne, Hirsutismus, gesteigerte Libido und Menstruationsstörungen.
Heiserkeit kann das erste Symptom der Veränderung der Stimmlage
sein und zu deren irreversiblen Senkung führen.
Flüssigkeitsretention, Anstieg des arteriellen Blutdrucks.
Gelegentlich können abnorme Werte bei einigen Leberfunktionstests
auftreten und die Serumspiegel von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin
und Kalzium können ansteigen. Diese Veränderungen scheinen
nach Beendigung der Behandlung reversibel zu sein.
Der im Präparat Deca-Durabolin enthaltene Hilfsstoff Benzylalkohol
kann in gewissen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen
verursachen.
Interaktionen:
Anabole Steroide können die Glukosetoleranz beeinflussen und
den Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika vermindern.
Bei antikoagulierten Patientinnen kann die Verabreichung von Deca-Durabolin
zu einer Steigerung der antikoagulierenden Wirkung und der Blutungsneigung
führen. Deshalb wird empfohlen, bei solchen Patientinnen die
Thromboplastinzeit regelmässig zu überprüfen.
Nandrolon kann die Aktivierung von Cyclophosphamid in der Leber
beeinträchtigen.
Überdosierung:
Eine akute und chronische Überdosierung von Nandrolon, z.B.
bei missbräuchlicher Anwendung als Anabolikum, ist mit dem
Risiko schwerer endokriner, metabolischer, psychischer und anderer
Nebenwirkungen verbunden.
Sonstige Hinweise
Haltbarkeit:
Bei 8-25 °C und vor Licht geschützt lagern.
Bitte Verfalldatum beachten!
IKS-Nummern: 26660.
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