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Packungsbeilage von:
Spiropent® 0,02 mg -
Tabletten
Wirkstoff: Clenbuterol Z.Nr. 17101 Zulassungsinhaber Boehringer
Ingelheim Austria GmbH
Zusammensetzung 1 Tablette enthält: Clenbuterolhydrochlorid
0,02 mg
Weitere Bestandteile:
Lactose, Maisstärke, Polyvinylpyrrolidon, Magnesiumstearat
Eigenschaften und Wirksamkeit:
Clenbuterol ist ein selektives ß2-Sympathomimetikum zur Behandlung
von Asthma bronchiale und anderen Erkrankungen, die mit einer reversiblen
Verengung der Atemwege einhergehen. Zusätzlich ist Spiropent®
ein partieller Agonist. Diese Eigenschaften tragen zur geringen
Inzidenz der für ß-Agonisten spezifischen Nebenwirkungen
bei. Spiropent® unterscheidet sich von anderen ß2-spezifischen
Sympathomimetika durch eine rasche und vollständige Absorption
nach oraler und inhalativer Gabe, einer niedrigen wirksamen Dosis,
einer langen biologischen Halbwertszeit und niedriger Metabolisationsrate.
Spiropent 0,02 mg-Tabl.FI / 04.01.1999 2 Nach oraler Gabe tritt
die Wirkung innerhalb von 5 - 20 Minuten ein und hält bis zu
14 Stunden lang an.
Pharmakokinetik:
Clenbuterol wird nach oraler Gabe rasch und vollständig resorbiert.
Die Bioverfügbarkeit beträgt ca. 100 %. Höchste Plasmaspiegel
werden bei Einmalgabe nach 120 - 180 Minuten erreicht. Dosisintervalle
von 12 Stunden sind zur Erhaltung therapeutisch wirksamer Plasmakonzentrationen
ausreichend. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend über
die Nieren (87 % innerhalb von 168 Stunden p.a.) in Form der unveränderten
Muttersubstanz. Die terminale Halbwertszeit beträgt ca. 34
Stunden. Nach wiederholter Anwendung therapeutischer Dosen Clenbuterol
wird nach ca. 4 Tagen ein Steady-state erreicht. Bei Patienten mit
normaler Nierenfunktion kommt es aufgrund der dosislinearen Pharmakokinetik
bei der wiederholten Anwendung therapeutischer Dosen zu keiner Kumulation.
Anwendungsgebiete:
Früh- und Langzeitbehandlung von Asthma bronchiale und anderen
Atemwegserkrankungen, die mit einer reversiblen Verengung der Atemwege
einhergehen, beispielsweise: chronisch-obstruktive Bronchitis, asthmoide
Bronchitis, Emphysembronchitis, bronchopulmonale Erkrankungen mit
asthmatischer Komponente. Bei Asthma bronchiale sollte eine begleitende
antiinflammatorische Therapie erwogen werden. Art der Anwendung
Die Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit unzerkaut geschluckt.
Dosierung:
Die Behandlung sollte vor Beginn den individuellen Bedürfnissen
angepaßt und der Erfolg in regelmäßigen Abständen
überwacht werden (z.B. Peak-flow-Messungen). Erwachsene und
Kinder über 12 Jahre: 2 x täglich 1 Tablette (morgens
und abends) Bei Langzeitbehandlung läßt sich die Tagesdosis
in manchen Fällen auf 2 x 1/2 Tablette reduzieren. Kinder 6
- 12 Jahre: 2 - 3 x täglich 1/2 Tablette (Die empfohlene Tagesdosis
für Kinder beträgt durchschnittlich 1,2 µg Clenbuterol/kg
Körpergewicht). Spiropent 0,02 mg-Tabl.FI / 04.01.1999 3
Gegenanzeigen:
Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil
des Arzneimittels, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie, Thyreotoxikose,
idiopathische hypertrophe subvalvuläre Aortenstenose, tachykarde
Arrhythmien. Vorsicht ist geboten bei: - ungenügend kontrolliertem
Diabetes mellitus, - kurz zurückliegendem Myokardinfarkt, -
schweren organischen Herz- und Gefäßerkrankungen, - Phäochromozytom.
In diesen Fällen darf Spiropent® nur nach einer strengen
Nutzen-Risikoabwägung angewendet werden.
Schwangerschaft und Stillperiode:
Tierversuche zeigten, daß Spiropent® auch in hohen Dosen
keine keimschädigende Wirkung besitzt. Trotzdem sollte Spiropent®
während der ersten drei Schwangerschaftsmonate nicht eingenommen
werden. Wegen seiner wehenhemmenden Wirkung sollte Spiropent®
nicht in den Tagen vor dem Entbindungstermin und während der
Geburt gegeben werden. Für diesen Zeitraum sowie für die
ersten drei Schwangerschaftsmonate empfiehlt es sich, auf das Anticholinergikum
Atrovent® auszuweichen. Tierversuche haben gezeigt, daß
Clenbuterol in die Muttermilch übertritt. Es wird daher empfohlen,
bei kurzzeitiger Anwendung für die Dauer der Anwendung die
Muttermilch abzupumpen und zu verwerfen und bei Dauertherapie abzustillen.
Nebenwirkungen Meist zu Behandlungsbeginn und bei besonders empfindlichen
Patienten können, wie auch bei Behandlung mit anderen b-Mimetika,
feinschlägiger Tremor, Myalgie, Nervosität, Übelkeit,
Schwindelgefühl, Palpitationen oder Kopfschmerzen auftreten.
Gelegentlich wurden Ruhelosigkeit, Muskelkrämpfe, Arrythmie
und Tachykardie beobachtet. In Einzelfällen wurden allergische
Reaktionen beschrieben.
Wechselwirkungen:
b-Adrenergika, Anticholinergika, Xanthinderivate (z.B. Theophyllin)
und Kortikosteroide können die Wirkung von Spiropent® verstärken.
Gleichzeitig verabreichte MAO-Hemmer oder trizyklische Antidepressiva
können die Wirkung b-adrenerger Agonisten verstärken.
Spiropent 0,02 mg-Tabl.FI / 04.01.1999 4 Die gleichzeitige Gabe
von anderen b-Mimetika, systemisch resorbierbaren Anticholinergika
und Xanthinderivaten, kann auch die Nebenwirkungen verstärken.
ß-Blocker können die Wirkung von Spiropent® aufheben.
Die Inhalation von Anästhetika auf der Basis halogenierter
Kohlenwasserstoffe (z.B. Halothan, Trichlorethylen, Enfluran) kann
den Herzmuskel gegenüber der arrhythmogenen Wirkung von ß-Agonisten
sensibilisieren.
Besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung:
Andere sympathomimetisch wirksame Dilatatoren dürfen nur unter
strenger ärztlicher Überwachung gemeinsam mit Spiropent®
angewendet werden. Anticholinerg wirksame Bronchodilatatoren können
gleichzeitig mit der Einnahme von Spiropent® inhaliert werden.
Spiropent®-Tabletten sind nicht zur symptomatischen Behandlung
des akuten Asthmaanfalls geeignet. Bei akuter, sich rasch verschlechternder
Dyspnoe muß sofort ein Arzt aufgesucht werden. Besonders bei
regelmäßiger Verwendung bei Asthma bronchiale sollte
der Therapieplan überprüft werden. Bei diesen Patienten
kann die Zusatzbehandlung mit entzündungshemmenden Präparaten
(z.B. inhalative Steroide) oder eine Dosiserhöhung dieser Medikamente
erforderlich sein, um die Entzündung der Atemwege zu behandeln
und Langzeitschäden zu verhindern. Erfordert zunehmende Atemnot
eine häufigere Anwendung des Bronchodilatators, ist dies als
Hinweis auf eine Verschlechterung der Erkrankung aufzufassen und
sollte zu einer Revision des Behandlungsplanes durch den Arzt Anlaß
geben. Es genügt in diesem Fall nicht, nur die Dosis des Bronchodilatators
zu erhöhen. Im Zusammenhang mit einer ß2-Sympathomimetika-Therapie
kann es zu einer unter Umständen folgenschweren Hypokaliämie
kommen. Besondere Vorsicht ist nach Anwendung hoher Dosen, bei schwerem
Asthma und bei gleichzeitiger Behandlung mit Xanthinderivaten, Steroiden
und Diuretika geboten, da diese Medikamente selbst den Kaliumspiegel
senken können. Hypoxie kann die Auswirkungen der Hypokaliämie
auf die Herzfunktion verstärken. In diesen Fällen empfehlen
sich Kontrollen des Serumkaliumspiegels. Bei Patienten mit stark
eingeschränkter Nierenfunktion kann es infolge der langen Halbwertszeit
zu einer unerwünschten Kumulation kommen, sodaß insbesondere
bei verstärktem Auftreten von Nebenwirkungen die Dosis bzw.
die Dosisintervalle anzupassen sind. Spiropent 0,02 mg-Tabl.FI /
04.01.1999 5
Überdosierung
Symptome:
Die Symptome entsprechen der einer übermäßigen
Stimulation von b-Rezeptoren und umfassen die im Abschnitt "Nebenwirkungen"
genannten Merkmale, sowie Hypertension, Hypotension, anginale Beschwerden,
Veränderungen des Pulsdrucks und Arrhythmien. Tremor-bedingt
steigen muskelzellspezifische Enzyme im Serum an. Die akute Einnahme
von 0,6 mg Spiropent® (30 Tabl. zu je 0,02 mg) wurde komplikationslos
vertragen, nachdem ein Betablocker ca. 1 1/2 Stunden nach der Applikation
gegeben wurde. Therapie: Absetzen von Spiropent®, Gabe von Sedativa,
Tranquillizer, in schweren Fällen intensivmedizinische Behandlung.
Nach der Applikation von nicht selektiven Betablockern (z.B. Propanolol)
verschwinden die Überdosierungserscheinungen schlagartig. Eine
mögliche Zunahme der Bronchialobstruktion muß jedoch
bedacht werden und die Dosierung des ß-Blockers muß
insbesonders bei Patienten mit Asthma bronchiale vorsichtig erfolgen.
Die Therapie von Überdosierungen sollte zweckmäßigerweise
in Abhängigkeit vom klinischen Bild kurzfristig kumulativ erfolgen.
Zu beachten ist dabei, daß die Wirkung von Spiropent®
die des Antidots überdauern kann. Demzufolge kann eine wiederholte
Anwendung des ß-Blockers notwendig sein.
Packungsgrößen 20 und 100 Stück
Haltbarkeit 60 Monate
Lagerungshinweise Lichtschutz erforderlich!
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