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Packungsbeilage von
Testoviron Depot Injektionslösung
Androgen
Zusammensetzung:
Wirkstoff: Testosteroni enantas 250 mg (corresp. Testosteronum
178 mg) pro 1 ml.
Hilfsstoffe: Benzylis benzoas, ol. ricini, q.s. ad solutionem.
Eigenschaften/Wirkungen:
Testosteron, ein endogenes Hormon, ist für die normale Entwicklung
der männlichen Geschlechtsmerkmale unerlässlich. Testosteron
wirkt auf bestimmte Stufen der Spermatogenese, auf die sekretorische
Funktion der männlichen akzessorischen Geschlechtsdrüsen,
auf Peniswachstum, Ausbildung des männlichen Behaarungstypus
und die für den Mann charakteristische Entwicklung des Kehlkopfs.
Androgene stimulieren die Erythropoese.
Bei fehlender körpereigener Androgenproduktion ist ein Ausgleich
aller anatomischen, funktionellen und psychischen Ausfallerscheinungen
durch entsprechend hohe Testosterondosen möglich.
Sehr hohe Testosterondosen vermindern oder hemmen die Gonadotropinausschüttung.
Pharmakokinetik:
Testoviron Depot enthält 250 mg Testosteronenanthat in 1 ml
öliger Grundlage zur intramuskulären Injektion.
Absorption:
Testosteronenanthat wird mit einer Halbwertszeit von etwa 4,5 Tagen
aus dem öligen Depot in die Blutbahn abgegeben und rasch und
vollständig in den wirksamen Steroidalkohol und die Enanthsäure
umgewandelt. Maximale Konzentrationen von Testosteron im Plasma
oder Serum von etwa 20 ng/ml werden nach 1,5-3 Tagen erreicht. Nachfolgend
sinken die Testosteronspiegel monophasisch mit einer der Freigabegeschwindigkeit
entsprechenden Halbwertszeit von 4,5 Tagen ab. Testosteronspiegel
von ³2 ng/ml werden für 20 Tage und Konzentrationen von
³1 ng/ml für 26 Tage aufrechterhalten.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Testosteron aus Testosteronenanthat
betrug bei 5 Versuchspersonen über 90% und kann damit als vollständig
angesehen werden.
Die über 250 mg Testosteronenanthat zugeführte Testosterondosis
beträgt 180 mg, die vollständig bioverfügbar wird.
Zum Zeitpunkt des maximalen Serumspiegels werden Tagesdosen von
etwa 30 mg Testosteron, nach 1 (2) Wochen Tagesdosen von 12 (4)
mg verfügbar. Im Zeitraum von 3-4 Wochen nach Injektion werden
täglich noch 1,5-1 mg Testosteron bioverfügbar. Vier Wochen
nach Behandlung ist das Depot entleert.
Distribution:
Der Ester wird relativ rasch von der Muskelinjektionsstelle in
das Blut abgegeben. Nach Eintritt in den Blutkreislauf wird Testosteron
als freie Wirksubstanz verfügbar. Das freigesetzte Testosteron
wird wie das endogene Hormon zu etwa 98% an Proteine (u.a. Sexualhormon
bindendes Globulin [SHBG] und Albumin) gebunden und auf die gleiche
Weise, d.h. vorwiegend in der Leber, metabolisiert. Ca 2% bleiben
ungebunden.
Metabolismus:
Testosteronenanthat wird im ersten Schritt zu Testosteron und Enanthsäure
hydrolisiert. Die Enanthsäure wird über die b-Oxidation
abgebaut. Das freie Testosteron wird über die bekannten Wege
des endogenen Steroidstoffwechsels inaktiviert. Die metabolische
Clearance von aus Testosteronenanthat freigesetztem Testosteron
betrug 16 ± 7 ml/min/kg und weist auf hepatische und extrahepatische
Biotransformation hin.
Elimination:
Die Metaboliten des Testosteron werden mit einer Halbwertszeit
von 7,8 Tagen im Verhältnis 8:2 mit Urin und Stuhl eliminiert.
Deutliche Hinweise auf eine veränderte Biotransformation des
Testosterons bei hypogonadalen Patienten gibt es nicht.
Bei wiederholter Injektion von 250 mg Testosteronenanthat im Abstand
von 3-4 Wochen kommt es zu keiner klinisch relevanten Kumulation
des Testosteronenanthats.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Belegte Indikationen:
Bei männlichen Patienten
Androgenmangel (Hypogonadismus) des Mannes.
Pubertätsinduktion bei Pubertas tarda bei Knaben.
Bei der Frau: Additive Therapie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom
der Frau.
Anwendungsmöglichkeit:
Beim Mann: Aplastische Anämie.
Dosierung/Anwendung:
Die Dosierung ist je nach Schwere des Testosteronmangels und nach
klinischem Ansprechen individuell zu gestalten.
Bei männlichen Patienten:
Testoviron Depot muss wie alle öligen Lösungen intramuskulär
injiziert werden. Die in seltenen Fällen während oder
unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftretenden
kurzdauernden Reaktionen des Patienten (Hustenreiz, Hustenanfälle,
Atemnot) lassen sich erfahrungsgemäss durch betont langsames
Injizieren vermeiden.
Androgenmangel (Hypogonadismus) des Mannes.
Pubertätsinduktion bei Pubertas tarda bei Knaben.
Zur Ausbildung und Anregung noch unterentwickelter androgenabhängiger
Erfolgsorgane und zur Anfangsbehandlung von Ausfallerscheinungen
1 Ampulle (entspricht 250 mg Testosteronenanthat oder 178 mg unverestertem
Testosteron) i.m. alle 2-3 Wochen. Zur Erhaltung eines ausreichenden
Androgeneffekts 1 Ampulle i.m. alle 3-4 Wochen. Je nach individuell
unterschiedlichem Hormonbedarf können kürzere Injektionsabstände
notwendig sein. Oft genügen auch längere, bis zu 6wöchige
Injektionsintervalle.
Aplastische Anämie:
1 Ampulle (entspricht 250 mg Testosteronenanthat oder 178 mg unverestertem
Testosteron) i.m. 2-3mal pro Woche.
Bei der Frau:
Testoviron Depot muss wie alle öligen Lösungen intramuskulär
injiziert werden. Die in seltenen Fällen während oder
unmittelbar nach der Injektion öliger Lösungen auftretenden
kurzdauernden Reaktionen der Patientin (Hustenreiz, Hustenanfälle,
Atemnot) lassen sich erfahrungsgemäss durch betont langsames
Injizieren vermeiden.
In der Karzinomtherapie ist die Androgenbehandlung kein Ersatz
für Operation und Bestrahlung.
Additive Therapie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom der Frau
1 Ampulle Testoviron Depot (entspricht 250 mg Testosteronenanthat
oder 178 mg unverestertem Testosteron) alle 2 Wochen i.m. injiziert
führt in einem gewissen Prozentsatz der Fälle zu objektiven
Remissionen. Es kommt häufig zum Nachlassen der Schmerzen und
zu einer wesentlichen Besserung des Allgemeinzustandes, wobei sich
die psychisch stimulierende Wirkung von Testosteron als besonders
vorteilhaft erweist. Vor allem Knochenmetastasen werden oft günstig
beeinflusst. Zur Erhaltung des positiven Effekts ist es manchmal
nötig, die Intervalle zu verkürzen.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:
Prostatakarzinom, Prostatahypertrophie, Mammakarzinom des Mannes,
vorausgegangene oder bestehende Lebertumore (bei progressivem Mammakarzinom
nur, wenn nicht metastasenbedingt); Schwangerschaft, Stillzeit,
Hyperkalzämie, Herzinsuffizienz.
Vorsichtsmassnahmen:
Relative Einschränkungen
Die Anwendung anabol-androgener Steroide bei gesunden Personen
zur Förderung des Muskelansatzes oder zur Leistungssteigerung
stellt keine medizinische Indikation dar.
Vor Beginn der Therapie sollte eine umfassende allgemeinärztliche
Untersuchung durchgeführt werden und bei Frauen eine Schwangerschaft
ausgeschlossen sein. Bei Männern ist vor Beginn der Therapie
ein Prostatakarzinom auszuschliessen, im Verlauf einer Behandlung
sind regelmässige Kontrollen des Prostatabefundes angezeigt.
Bei beiden Geschlechtern sollten Blutkalziumspiegel, Hämoglobin
und Hämatokrit regelmässig kontrolliert werden. Auf Grund
einer eventuellen Herz-Kreislauf-Belastung durch Flüssigkeitsretention
sollten Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern sorgfältig
überwacht werden. Ebenso sollten Patienten mit Bluthochdruck,
Migräne oder Epilepsie überwacht werden.
Patienten mit einem vorbestehenden Herz-, Nieren- und/oder Leberleiden
sollten Androgene mit Vorsicht gebrauchen.
Bei Knaben im Wachstumsalter besteht unter Androgen-Therapie die
Gefahr eines frühzeitigen Epiphysenverschlusses und damit das
Nichterreichen der Endkörpergrösse.
Wegen der androgenen Nebenwirkungen ist bei Kindern und Frauen
eine sorgfältige Nutzen/Risiko-Abwägung angezeigt.
Entwickelt sich bei Frauen mit Mammakarzinom unter der Hormongabe
eine Hyperkalzämie, muss die Therapie abgebrochen werden.
In seltenen Fällen sind nach Anwendung hormonaler Wirkstoffe,
wie sie Testoviron Depot enthält, gutartige, noch seltener
bösartige Lebertumore beobachtet worden, die vereinzelt zu
lebensgefährlichen intraabdominalen Blutungen geführt
haben. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung
oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte
ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen
einbezogen und gegebenenfalls das Präparat abgesetzt werden.
Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaftskategorie X.:
Studien bei Tieren oder bei Menschen haben eine Schädigung
des Fötus gezeigt, wobei die Risiken die möglichen positiven
therapeutischen Effekte bei weitem übersteigen. Dieses Medikament
ist kontraindiziert für schwangere Frauen oder Frauen, die
schwanger werden könnten.
Es ist nicht bekannt, ob Testosteron in die Milch stillender Mütter
übertritt. Testosteronhaltige Präparate dürfen in
der Stillzeit nicht angewendet werden oder es muss abgestillt werden.
Unerwünschte Wirkungen.
Bei einer hochdosierten Therapie mit Testosteronpräparaten
ist häufig mit einer reversiblen Unterbrechung oder Verminderung
der Spermatogenese und in der Folge mit einer Abnahme der Hodengrösse
zu rechnen.
Häufig wird das Wachstum eines bestehenden Prostatakarzinoms
beschleunigt.
Hochdosierte oder länger dauernde Testosterongaben erhöhen
gelegentlich die Neigung zu Wasserretention und Ödemen. Bei
Patienten mit Ödemneigung, Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen
(z.B. Nephritis, Nephrose), Leberfunktionsstörungen, Hypertonie,
Epilepsie oder Migräne ist daher Vorsicht geboten.
Bei Anwendung von Testosteron ist bei Frauen mit Symptomen einer
Virilisierung, wie Akne vulgaris, Hirsutismus, androgenetische Alopezie,
Veränderungen der Stimme, selten Klitorishypertrophie und einer
als unnatürlich empfundenen Steigerung der Libido zu rechnen,
wobei Veränderungen der Stimme und Alopezie als irreversibel,
Hirsutismus und Klitorishypertrophie als nur teilweise reversibel
eingestuft werden müssen. Die Nebenwirkungen unterliegen starken
interindividuellen Schwankungen, schon geringe Dosierungen können
zu den beschriebenen Symptomen führen. Bei Kindern kann Testosteron
neben einer Virilisierung zu einer Beschleunigung des Wachstums
und der Knochenreifung, zu vorzeitigem Epiphysenverschluss und damit
verminderter Endgrösse führen. Auch mit dem Auftreten
einer Akne ist zu rechnen.
Selten kommt es unter einer Testosterontherapie zur Ausbildung
einer Gynäkomastie.
Während der Testosteron-Substitutionstherapie bei Hypogonadismus
kommt es selten zu anhaltenden und schmerzhaften Erektionen (Priapismus).
In diesen Fällen muss die Dosis reduziert oder die Therapie
vorübergehend abgesetzt werden.
Interaktionen:
Androgene verstärken die Wirkung von Antidiabetika und oralen
Antikoagulantien. Medikamente, die Leberenzyme induzieren (z.B.
Barbiturate, Rifampicin, Phenylbutazon, Phenobarbital und Phenytoin),
vermindern die Wirksamkeit von Androgenen, indem sie deren Metabolismus
beschleunigen.
Überdosierung:
Bei Überdosierung können sich die unter «Unerwünschte
Wirkungen» aufgeführten Erscheinungen verstärken.
Berichte über Vergiftungsfälle nach Einnahme von Testosteron
liegen nicht vor. Bei Überdosierung sind ausser Absetzen des
Medikamentes oder Reduktion der Dosis keine besonderen therapeutischen
Massnahmen erforderlich.
Sonstige Hinweise:
Arzneimittel sind sorgfältig aufzubewahren und vor Kindern
zu sichern. Zudem muss Testoviron Depot vor Licht geschützt
werden.
Haltbarkeit:
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP»
bezeichneten Datum verwendet werden.
IKS-Nummern: 17626.
Stand der Information
September 1997.
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