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Designierte Justizministerin Zypries
Mit Härte gegen Doping-Missbrauch
18. Okt. 2002 Die scheidende Sport-Staatssekretärin im Bundesinnenministerium
(BMI) und designierte Justizministerin Brigitte Zypries wird in
ihrem neuen Wirkungskreis den Kampf gegen Dopingmissbrauch in Deutschland
„mit Argusaugen verfolgen“, hat sich dabei aber gegenüber
dem Sport-Informations-Dienst (sid) gegen ein Anti-Doping-Gesetz
ausgesprochen.
Zugleich versicherte die SPD-Politikerin, dass die Spitzensportförderung
durch das BMI im kommenden Jahr nahezu unverändert bleiben
soll. Sie war unter Rot-Grün gegenüber der Kohl-Regierung
um 17 Prozent gestiegen.
Allheilmittel Arzneimittelgesetz?
„Ein eigenes Anti-Doping-Gesetz halte ich nicht für
erforderlich. Es kommt nicht darauf an, neue gesetzliche Regelungen
zu schaffen, sondern die vorhandenen effektiv umzusetzen“,
erklärte Frau Zypries mit Hinweis auf das vor zwei Jahren novellierte
Arzneimittelgesetz. Die Ergebnisse der Verschärfung dieses
Gesetzes könnten von den Ländern noch bis Ende dieses
Jahres vorgelegt werden. Sie halte es für sinnvoll, erst einmal
diese Erfahrungen auszuwerten“, legte Zypries ihren Standpunkt
im Unterschied zum Wahlprogramm ihrer Partei dar, das die Erarbeitung
eines eigenständigen Anti-Doping-Gesetzes vorsieht.
„In der Partei wird derzeit eine Diskussion darüber
geführt“, gestand das Mitglied der neuen Regierungsmannschaft.
„Ich persönlich plädiere wie Innenminister Otto
Schily dafür, dass es nur eine gemeinsame Lösung mit dem
Sport geben kann.“
Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes
(DSB), hatte sich mit Hinweis auf das verschärfte Arzneimittelgesetz
ebenfalls wiederholt gegen ein Anti-Doping-Gesetz ausgesprochen.
Reduzierter Sportetat
Die Spitzensportförderung will das BMI laut Zypries im kommenden
Jahr kaum antasten. Für das Jahr 2002 waren dafür im BMI-Haushalt
195,7 Millionen Euro eingestellt. „Das ist nicht so viel,
als dass man diese Summe beliebig kürzen könnte“,
betonte die scheidende Staatssekretärin. Mit Blick auf die
in Kürze beginnenden Verhandlungen für den Haushalt 2003
sei eine Größenordnung wie im laufenden Jahr „sehr
wünschenswert“.
Für die zentralen Maßnahmen seien dabei wiederum 71,5
Millionen Euro festgeschrieben. „Im Haushaltsansatz ist insgesamt
lediglich eine leichte Absenkung enthalten“, sagte Zypries.
Die vorübergehende Reduzierung im Sportetat würde jedoch
nicht den Leistungssport und seine Kernbereiche direkt betreffen,
sondern den Neubau und die Moderniserung von Sportstätten.
Bisher konnten in diesem Bereich rund 25 Millionen Euro eingespart
werden, indem Mittel über mehrere Jahre gestreckt würden.
In der vergangenen Legislaturperiode hat die Bundesregierung für
die Sportförderung insgesamt rund 790 Millionen Euro bereitgestellt.
„Das ist eine Steigerung um 17 Prozent gegenüber den
vier Jahren zuvor“, zog Brigitte Zypries ihre Zwischenbilanz
von Rot-Grün im Vergleich zur letzten Amtszeit von Kanzler
Helmut Kohl.
Quelle: FAZ.net
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